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19. April 1945 - einen Tag vor dem Einmarsch der Franzosen in Reutlingen
- wurde das Proviant-Amt von der Reutlinger Bevölkerung geplündert,
wobei sich unbeschreibliche Szenen und Exzesse abspielten. Viele Reutlinger
nahmen aus den noch gut gefüllten Warenlagern des Proviant-Amtes mit,
was sie, bzw. ihre Leiterwagen tragen konnten. Insbesondere handelte es
sich hierbei um größere Mengen Lebensmittel wie Mehl, Zucker,
Hülsenfrüchte, Konservendosen mit Fleisch, aber auch Schnaps
und Parfum, außerdem um Gebrauchsgüter aller Art. Aus einem
Augenzeugenbericht: "Es herrschte ein unglaublich starker Andrang, so dass
man kaum die Treppen des Gebäudes erreichen konnte. Im Innern
watete man in einer knöcheltiefen Schicht aus Mehl und Zucker, manche
prügelten sich um einen Sack Erbsen, andere um einen Sack Mehl." |