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| Nicht weit von Reutlingen
entfernt liegt das Barockschloss Grafeneck, seit 1929 im Besitz der Samariterstiftung.
1939 wurde das abgelegene Schloss überraschend für "Zwecke des
Reiches" beschlagnahmt, eine Aufnahmebaracke, Vergasungsanlage und ein
Krematorium auf dem Gelände des Schlosses errichtet. Auftraggeber
war die Aktion T4, benannt nach der Berliner Zentrale in der Tiergartenstraße
4. Ziel dieser Aktion war das "Aussortieren lebensunwerten Lebens", für
das alle Heil- und Pflegeanstalten in Baden-Württemberg ihre Kranken
auf Meldebögen mitteilen mussten.
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Diese Kranken wurden
mittels Bustransporten nach Grafeneck geschafft, dort im sog. Todesschuppen
mit Kohlenmonoxid vergast und anschließend im eigens angelegten Krematorium
verbrannt. Insgesamt wurden in Grafeneck 10654 geistig behinderte Menschen,
darunter auch auch der Heusel-Rein aus Betzingen
getötet.
Durch Propaganda-Mittel wie das links eingefügte Bild haben die Nazis für eine gewisse Akzeptanz in der Bevölkerung gesorgt, behinderten oder erbkranken Menschen den sog. "Gnadentod" zu gewähren. Hinzu kam die Aussage Hitlers, der Gedanke sei ihm unerträglich, dass ein Kriegsverletzter ohne ein Bett sei, weil dies ein Geisteskranker belege....... |
| Der Kriegsausbruch
gab den Nazis den Rahmen und den Vorwand, die Aktion T4 zu radikalisieren.
Schon Ende 1939 begann mit der Tötung geisteskranker Kinder die "Euthanasie"
in größerem Maßstab. Zwar wurden anfangs um einen Schein
von "Legalität" zu wahren, "Gutachten" erstellt, doch im allgemeinen
wollten die Gutachter die Kinder gar nicht sehen. "Gutachter" in Grafeneck
war der Leiter dieser Tötungsanstalt, Dr. H. Schumann, der später
auch in Buchenwald und Auschwitz tötete. Später verzichtete man
auf solche Gutachten. Die Familien erhielten ein Kondolenzschreiben, dass
ihr Familienmitglied "leider und trotz allen ärztlichen Bemühungen"
an Lungenentzündung, Kreislaufschwäche, Herzstillstand oder wie
im Falle von Reinhold Häussler aus Betzingen
an Hirnschlag verstorben sei.
Zur Vertuschung wurden auch oft die Akten dieser Tötungsanstalten untereinander ausgetauscht. So erhielten z.B. die Angehörigen des Christian Walz aus Betzingen das Kondolenzschreiben aus Sonnenstein, wo er angeblich an Lungenentzündung verstorben sei. Nachweislich ist er jedoch im September 1940 in Grafeneck vergast worden. |
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| Die Tötungen
der Aktion T4 fanden stets an ausgesuchten, abseits gelegenen Orten statt,
z.B. in Bernburg/Anhalt, in Brandenburg/Havel, in Sonnenstein bei Pirna, in Hartheim und eben in Grafeneck. |
Der "Todesschuppen"
in Grafeneck - in ihm wurden fast 11000 geistig behinderte Menschen vergast......
An seiner Stelle wurde eine Gedenkstätte errichtet. |
| Mit solchen Bussen,
deren undurchsichtige Milchglasscheiben den Blick in das Innere verwehrten
(die Bevölkerung sollte von den Transporten so wenig wie möglich
mitbekommen) wurden geistig behinderte Menschen aus ganz Württemberg
aus verschiedenen Heil- und Pflegeanstalten abgeholt und zur Ermordung
nach Grafeneck gebracht. Die Busse gehörten der sogenannten „Gemeinnützigen
Krankentransport GmbH“ (GEKRAT)
Die Nazis sahen behinderte
Menschen als "Ballast-Existenzen" und als "nicht lebenswert" an. Man schätzt
die Gesamtzahl der Euthanasie-Opfer in Deutschland auf ca. 120000
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